Warum ich sie trotzdem liebe – und was Du vor dem Einstieg ins Sticken wissen solltest

Transparenz: Keine Kooperation, kein Sponsoring. Maschine, Zubehör & alles Drumherum sind selbst bezahlt.

Kurz vorweg: Sticken = ❤️ – aber anders

Ute ist schon fleissig am Sticken. Die erste grosse, mehrfarbige Datei ist fertig – eine zuckersüsse Weihnachts-Stickerei mit Ballerinas und Nussknackern von Etsy.
95 Minuten Stickzeit, 12 Farben, 18 Farbwechsel – und gestickt mit ganz normalen Overlock-Garnen statt speziellen Stickgarnen.
Das Ergebnis: richtig edel. ✨

Und trotzdem habe ich (Nicole) gemerkt: Sticken tickt anders als Plotten.
Beim Plotter lege ich die Datei rein, drücke Start – fertig. Beim Sticken beginnt das Abenteuer erst mit der Software.
Kurven werden zu Stichen, Füllungen zu Dichten, und plötzlich reden wir über Unterlagen, Stickrichtungen und Fadenspannung. Das ist technisch spannend, aber auch eine neue Welt.

💡 Good to know: Stickdateien kannst Du auch per USB-Stick auf die Maschine laden. Die App ist nicht zwingend nötig, aber sie enthält viele Gratis-Motive zum Ausprobieren – gerade am Anfang super praktisch.

Unser Ladenbesuch – ehrlich, aber fair

Wir sind 200 km durch die halbe Schweiz gefahren, um uns die Brother Innov-is NV880E zeigen zu lassen – das Modell, das wir nach langem Vergleichen ausgesucht hatten.

Am Telefon hiess es, es gäbe eine Vorführung – in der Praxis war sie dann leider etwas holprig.

Statt unserem gewünschten Modell stand plötzlich ein anderes auf dem Tisch.
Auf meine Frage nach einem Laser, der zeigt, wo gestickt wird, hiess es „nein“ – beim Ausprobieren merkten wir: doch, gibt’s.
Ute hatte sich gefreut, Knopflöcher sehen zu können, doch am Ende wurde nur ein „A“ gestickt.
Und das „selbstklebende“ Stickvlies, das uns verkauft wurde, war einfach normales Vlies – zum Preis, den wir online für etwa 20 % gesehen hätten.

Unser Fazit: Die Maschine selbst ist toll – wir haben richtig Freude daran. Aber die Beratung war enttäuschend. Im Nachhinein hätten wir sie genauso gut online bestellen können – und uns den verregneten Tagesausflug gespart.

Brother Innov-is NV880E ausgepackt

Was wir bisher gemacht haben – und was noch kommt

Seit dem Unboxing läuft unsere Stickmaschine fast täglich.
Wir haben uns erst mal mit gekauften Stickdateien von Etsy ausgetobt – vom einfachen Schriftzug bis zur mehrfarbigen Weihnachts-Stickerei mit Ballerinas und Nussknackern.
Vor allem die feinen Details und die genaue Präzision haben uns begeistert.
Es ist wirklich faszinierend, wenn nach und nach die Farben auftauchen und sich das Muster aufbaut – fast wie Zauberei.

Ute hat mit ganz normalen Overlock-Garnen gestickt und es lief reibungslos. Man merkt schnell, wie viel Technik dahintersteckt, aber auch, wie viel Kreativität.
Wir haben schon jede Menge Ideen, was wir alles noch sticken wollen – und Du wirst in den nächsten Wochen bestimmt das eine oder andere Projekt sehen, wo etwas drauf gestickt ist. ✨

Stickdatei Nussknacker

Und im Gegenteil zum Plotten…

Beim Plotten geht alles ruckzuck.
Wir entwerfen unsere eigenen Dateien, speichern sie als SVG und schneiden sie mit dem Plotter aus – so wie wir es lieben.
Wenn Du magst, findest unsere Plotter-Dateien hier:

Beim Sticken ist das eben ganz anders.
Man braucht Software, die jede Linie in Stiche übersetzt, Füllungen berechnet und Farbreihenfolgen plant. Und das kostet – nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Stick-Software im Überblick (Stand Oktober 2025)

Wer eigene Motive digitalisieren will, landet schnell im dreistelligen bis vierstelligen Preisbereich – vor allem, wenn man wie wir eine Brother Innov-is NV880E besitzt, die viele Optionen unterstützt, aber keine eigene Digitalisierungssoftware mitbringt.

Software Beschreibung Preis (CHF / €) Hersteller-Link
Brother PE-Design Plus 2 Einsteiger-Software zum Importieren, einfachen Bearbeiten und Erstellen von Schriftzügen. Ideal für erste Schritte ins Digitalisieren. ca. 550 CHF / ≈ 570 € Brother PE-Design Plus 2
Brother PE-Design 11 Vollversion mit erweiterten Digitalisierungsfunktionen, vielen Sticharten, Füllungen, Effekten und Applikations-Optionen. Für Fortgeschrittene & Profis. ca. 1’500 – 1’900 CHF / ≈ 1’550 – 1’950 € Brother PE-Design 11
Wilcom Embroidery i² (Plugin für Adobe Illustrator) Profi-Erweiterung zum Digitalisieren direkt in Adobe Illustrator. Unterstützt komplexe Stickstrukturen und Profi-Workflows. ca. 3’500 – 4’000 CHF / ≈ 3’600 – 4’100 € Wilcom Embroidery i²
Ink/Stitch Open-Source-Erweiterung für Inkscape. Kostenlos, ideal zum Einstieg und für kreative Experimente mit Vektor-basierten Stickdateien. gratis inkstitch.org

Warum wir die Stickmaschine trotzdem lieben

🧵 Saubere Ergebnisse – jede Naht sitzt.
🎨 Mehrfarbige Motive – richtig professionell.
🕳️ Kunstvolle Knopflöcher – bald das nächste Projekt.

Und ja, es ist anders als Plotten – aber genau das macht es so spannend. Man lernt unglaublich viel über Material, Faden und Geduld.

Was als Nächstes kommt

In den nächsten Wochen drehen wir ein zweites Video:
🎥 Unsere ersten Stick-Projekte – 1-farbig, mehrfarbig und mit viel Weihnachtszauber.
Parallel teste ich Ink/Stitch und halte Ausschau nach Black-Friday-Angeboten für die Brother-Software.

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Dein Input zählt 💬

➡️ Womit digitalisierst Du?
➡️ Erfahrungen mit PE-Design Plus 2 / 11?
➡️ Tipps zu Ink/Stitch oder anderen Tools?
➡️ Was war Dein erstes Projekt mit der Stickmaschine?

FAQ

Was macht eine Stickmaschine eigentlich?

Eine Stickmaschine überträgt digitale Stickdateien auf Stoff, indem sie automatisch Fäden in festgelegten Mustern aufstickt. So entstehen Schriftzüge, Motive oder Logos – präzise und wiederholbar, Stich für Stich.

Was braucht man zum Sticken mit der Stickmaschine?

Du brauchst Stickvlies, Stickgarn (z. B. Polyester oder Rayon), passende Nadeln, den richtigen Stickrahmen und natürlich Stickdateien. Viele Maschinen bieten kostenlose Motive in der App oder lassen sich per USB-Stick befüllen.

Welche Stickdateien kann eine Brother-Stickmaschine lesen?

Brother-Stickmaschinen nutzen das .PES-Format. Viele Dateien aus Online-Shops wie Etsy oder von Designerinnen funktionieren direkt, ohne Konvertierung. Andere Formate lassen sich in der Software umwandeln.

Welche Sticksoftware ist empfehlenswert?

Für Brother gibt es zwei Hauptprogramme: PE-Design Plus 2 (ca. 550 CHF / 570 €) für Einsteigerinnen und PE-Design 11 (ca. 1’500 – 1’900 CHF / 1’550 – 1’950 €) für Fortgeschrittene. Profi-Tools wie Wilcom Embroidery i² (ca. 3’500 – 4’000 CHF / 3’600 – 4’100 €) bieten noch mehr Funktionen, sind aber deutlich teurer. Eine kostenlose Alternative ist Ink/Stitch.

Kann man mit einer Stickmaschine Knopflöcher sticken?

Ja – und genau das war einer der Gründe für unseren Kauf. Mit den richtigen Dateien kannst Du kunstvolle, gleichmässige Knopflöcher sticken, ideal für Mäntel oder Blusen mit grossen Knöpfen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Stickmaschine und einem Plotter?

Beim Plotten werden Motive ausgeschnitten – beim Sticken werden sie mit Fäden auf Stoff übertragen. Plotten geht schneller und ist perfekt für Folien oder Papier. Sticken wirkt dagegen edler und langlebiger auf Textilien. Unsere Plotter-Dateien findest Du hier

Was kann man mit einer Stickmaschine alles machen?

Von Monogrammen über Namenszüge bis zu kunstvollen Motiven – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Wir haben zum Beispiel eine Weihnachts-Stickerei mit Ballerinas und Nussknackern gestickt (95 Minuten, 12 Farben, 18 Farbwechsel) – und schon viele neue Ideen!

Unser Schnittmuster findest Du hier

nähen für die aktuelle Saison