44 Tage mit der Brother Innov-is NV880E – bereue ich die 1’600 Franken?
Transparenz: Keine Kooperation, kein Sponsoring. Maschine, Zubehör & alles Drumherum sind komplett selbst bezahlt.
Im Video oben zeige ich Dir, wie sich die Brother Innov-is NV880E nach 44 Tagen im echten Näh-Alltag schlägt – mit Weihnachtsprojekten, ersten eigenen Stickdateien und ein paar Aha-Momenten.
Hier ⬆️⬆️⬆️ findest Du ein Eintragefeld für den Newsletter. Dort kannst Du Dich auf die Warteliste für unsere neue Stickdatei-Webseite free-embroidery-files.com setzen lassen – und für einen möglichen Kurs zum Erstellen eigener Stickdateien.
Wenn Dich Sticken generell interessiert, lohnt sich der Eintrag doppelt: Du erfährst als Erste, wenn es neue Freebies, Updates zum Portal oder Kurs-Termine gibt.
Zurück zum Anfang: Das Unboxing & meine ersten Zweifel
Vielleicht hast Du meinen ersten Blogartikel schon gelesen: „Hilfe, ich habe über 1’600 Franken für eine Maschine ausgegeben, die ich nicht nähen kann“. Darin habe ich Dich mitgenommen zu unserem etwas holprigen Ladenbesuch, den ersten Tests und dem Gefühl, plötzlich eine Maschine im Nähzimmer stehen zu haben, die „nur“ stickt.
Damals war vieles noch Theorie: Welche Software brauche ich? Wie aufwendig ist das Digitalisieren wirklich? Und werde ich die Investition irgendwann bereuen?
Jetzt – 44 Tage später – kann ich deutlich ehrlicher sagen, wie sich die Brother Innov-is NV880E im Alltag bewährt hat. Und genau darum geht es in diesem Artikel.
44 Tage später – wie schlägt sich die Brother NV880E im Alltag?
Das Wichtigste zuerst: Ich bereue den Kauf nicht. Die Maschine läuft, und zwar viel. Wir haben Weihnachtsprojekte gestickt, Namenszüge ausprobiert und erste eigene Dateien getestet.
Unsere Rollen haben sich dabei ganz natürlich verteilt: Ute sitzt an der Maschine, testet Garn, Vlies und Einstellungen. Ich (Nicole) kümmere mich um das ganze Pixel-Zeug dahinter – also die Dateien, Software, Digitalisieren.
Ich habe Informatik mit Schwerpunkt grafische Datenverarbeitung studiert. Das braucht man fürs Sticken nicht unbedingt – aber es hilft, wenn es darum geht, Linien, Kurven und Füllungen so zu bauen, dass die Maschine sie mag.
Display & Bedienung – warum mir eine Software wie CanvasWorkspace fehlt
Wenn Du meinen Plotter kennst: Ich arbeite seit Jahren mit dem Brother CM900 und mag die Kombination aus Plotter und CanvasWorkspace auf dem Computer. Ich kann am grossen Bildschirm planen, zeichnen, speichern – und schicke die Dateien dann an den Plotter.
Bei der NV880E fehlt mir so etwas ehrlich gesagt. Ja, die Maschine hat ein Farbdisplay, und ja, man kann darauf Motive kombinieren, drehen, spiegeln und anordnen. Aber im Vergleich zu einem grossen Monitor ist das Display nun mal klein. Für schnelle Anpassungen ist es okay – für komplexere Projekte wünsche ich mir ein vollwertiges PC-Programm.
Natürlich gibt es die Brother-App mit integrierten Motiven. Die ist nett zum Ausprobieren und für einfache Projekte, aber sie ersetzt für mich keine richtige Desktop-Software. Genau deshalb schaue ich mir Alternativen (freie und kostenplichtige) intensiv an.
Die Stickrahmen in der Praxis – klein, mittel, gross
Zur Maschine gehören bei uns drei Rahmengrössen:
- „Kleiner“ Rahmen: 10 cm × 10 cm – perfekt für kleine Motive, Logos, Namenszüge.
- „Mittlerer“ Rahmen: 18 cm × 13 cm – ideal für viele Standard-Projekte auf Shirts, Täschchen & Co.
- „Grosser“ Rahmen: 26 cm × 16 cm – wenn es richtig viel Motivfläche sein darf, z. B. auf Rückteilen oder grossen Kissen.
- „Extra-Rahmen in mittlerer Grösse mit Magnetverrieglung“ – super praktisch.
Spannend finde ich eher das Zusammenspiel aus klein und gross: Beim kleinen Rahmen musst Du nicht jede Menge Extrastoff einspannen, wenn Du nur ein winziges Motiv irgendwo platzieren willst. Beim grossen Rahmen kannst Du dagegen grössere Flächen wunderbar „ausfüllen“, ohne mehrmals umzuspannen.
Garn, Vlies & Co – womit ich sticke
Im ersten Artikel habe ich schon geschrieben, dass man nicht zwingend das Originalgarn der Maschine braucht. Das kann ich nach 44 Tagen bestätigen.
Wir haben anfangs sogar mit ganz normalen Overlock-Garnen gestickt – das funktioniert erstaunlich gut.
Inzwischen habe ich mir zusätzlich Stickgarn von Temu gegönnt. Das ist super günstig und ich habe jetzt eine richtig grosse Farbauswahl. Für feine Details und Motive mit vielen Farbwechseln macht das einfach Spass.
Beim Vlies testen wir uns noch durch, aber auch hier bin ich mit der kostengünstigen Temu-Variante bisher sehr zufrieden.
Gekaufte Alphabete, eigene Dateien & warum mir das Digitalisieren so viel Spass macht
Auf der Maschine selbst sind nur wenige Schriften vorinstalliert – ich meine, es sind drei. Damit kommt man zwar ein Stück weit, aber bei Personalisierungen will ich deutlich mehr Auswahl.
Wir haben darum gekaufte Alphabete getestet (dieses und dieses). Die funktionieren gut, aber: Du musst wirklich jeden Buchstaben einzeln setzen. Das ist nichts, was man „mal schnell nebenbei“ macht.
Das Schöne an gekauften Fonts ist aber die Vielfalt: Serifen, Schreibschriften, verspielte Formen – da sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.
Das hier sind 2 gekaufte Motive, die ich gestickt habe.
Parallel arbeite ich an eigenen Stickdateien. Mein Informatik-Studium mit Schwerpunkt grafische Datenverarbeitung hilft mir hier enorm – aber keine Sorge: Du musst nicht Informatik studiert haben, um loszulegen. Es beschleunigt einfach meinen Lernprozess.
In den letzten Wochen sind unter anderem Elche in verschiedenen Grössen, ein Delfin und ein Teddy mit Herz entstanden. Die haben wir testgestickt – unter anderem auch als Mini-Elche.
Sobald unser neues Portal free-embroidery-files.com online geht (geplant ab 15. Dezember – mal schauen, ob das klappt), wirst Du diese Motive dort als Freebies finden. Ute stickt, ich zeichne und digitalisiere – und Du bekommst die Ergebnisse auf Deinen USB-Stick.
Was mich an der NV880E (noch) stört
So sehr ich die Ergebnisse liebe – ein paar Punkte stehen weiter auf meiner Wunschliste:
- Kein richtiges PC-Programm dabei: Eine Software à la CanvasWorkspace für die Stickmaschine wäre für mich ein Gamechanger.
- Kleine Änderungen dauern: Gerade bei gekauften Alphabeten ist das Zusammensetzen der Buchstaben auf der Maschine recht fummelig.
- Display-Grösse: Für das, was es kann, ist das Display gut – aber ich ertappe mich oft dabei, dass ich mir mehr Platz zum „Denken in Pixeln und Stichen“ wünsche.
Das sind keine K.-o.-Kriterien – aber Dinge, die Du wissen solltest, wenn Du Dich gerade zwischen verschiedenen Modellen oder Marken entscheidest.
Für wen sich die Brother Innov-is NV880E lohnt – und wie es bei uns weitergeht
Wenn Du:
- gern nähst und Deine Projekte mit edlen, langlebigen Stickereien aufwerten möchtest,
- Lust hast, Dich ein bisschen reinzufuchsen,
- und bereit bist, etwas Zeit für Tests, Garn, Vlies & Einstellungen zu investieren,
dann ist die Brother Innov-is NV880E aus meiner Sicht eine richtig spannende Maschine.
Bei uns wird sie bleiben. Ute hat sie schon ins Herz geschlossen, und ich freue mich darauf, noch viele eigene Motive dafür zu bauen – vom Mini-Elch bis zum aufwendigen Knopfloch-Einsatz.
Wenn Du mich auf diesem Weg begleiten willst, trag Dich gern in die Stick-Warteliste auf der Seite unter dem Video ein. So erfährst Du als Erste, wenn free-embroidery-files.com online geht, neue Stickdateien dazukommen oder ein Kurs zum erstellen von Stickdateien startet.
Und jetzt interessiert mich Deine Meinung: Würdest Du für eine reine Stickmaschine auch so viel ausgeben? – Oder vielleicht hast Du es ja auch schon getan.
Schreib mir gern einen Kommentar. 💬
FAQ
Brauche ich spezielles Stickgarn für die Brother NV880E?
Nein. Spezielles Stickgarn ist schön, aber nicht zwingend. Wir haben anfangs mit ganz normalen Overlock-Garnen gestickt – das funktioniert gut, besonders bei grösseren Motiven. Inzwischen nutzen wir zusätzlich günstiges Stickgarn mit grosser Farbauswahl, z. B. von Temu.
Welche Stickrahmen nutze ich mit der NV880E am häufigsten?
Bei mir sind vor allem drei Grössen im Einsatz: 10 cm × 10 cm (klein), 18 cm × 13 cm (mittel) und 26 cm × 16 cm (gross). Den ganz kleinen Rahmen 2 cm × 6 cm habe ich nicht – ich vermisse ihn bisher aber auch nicht. Besonders gern nutze ich den Magnet-Stickrahmen
Kann die Brother NV880E eigene Stickdateien lesen?
Ja. Du kannst Dateien im Brother-Format (.PES) z. B. per USB-Stick auf die Maschine laden. Ob sie von einem Shop wie Etsy stammen oder von Dir selbst digitalisiert wurden, ist egal – Hauptsache, das Format passt und die Datei ist sauber erstellt.
Brauche ich teure Sticksoftware – oder reicht Ink/Stitch?
Das hängt davon ab, wie tief Du einsteigen willst. Profi-Programme bieten mehr Komfort und Automatik-Funktionen – sind aber auch teuer (400-1500 Euro). Für den Einstieg und viele kreative Projekte reicht die kostenlose Kombination aus Inkscape und dem Plugin Ink/Stitch völlig aus, vor allem wenn Du bereit bist, Dich ein wenig einzuarbeiten.
Was erwartet mich auf free-embroidery-files.com?
Auf free-embroidery-files.com wird es nach und nach Freebies und sorgfältig getestete Stickdateien geben – unter anderem unsere Elche in verschiedenen Grössen, den Delfin und den Teddy mit Herz. Wenn Du Dich in die Warteliste einträgst, erfährst Du automatisch, sobald die Seite online ist und neue Dateien dazukommen.






Liebe Nicole und liebe Ute!
Nicht nur nähen und stricken, häkeln, sondern auch sticken hat mich inspiriert. Ich besitze eine Husqvarna viking Topaz 50. Sind die Stickdateien auch mit meiner Maschine umsetzbar?
Danke für eure tollen Projekte und eure Mühe und Zeit.
Liebe Grüße aus Sexten/Südtirol
Katherina Schmiedhofer Hackhofer
Kennst Du das Format, das Deine Maschine braucht?
Ist es .hus?
Muss der Magnetstickrahmen erst durch ein Update aktiviert werden? Ich habe die NV 880 E. Außerdem sprecht ihr von einer App, die beim Kauf der Maschine dabei sein soll, wie heißt die App?
Liebe Grüße Catharina
Liebe Catharina, nein, wir mussten da kein Update aktivieren oder so. Das hat einfach funktioniert.
Die App heisst: Brother Artspira.
Guten Abend,
ich habe vor vielen Jahren angefangen, auf einer Brother Näh-Stickkombimaschine zu Sticken und zu nähen. Mittlerweile habe ich die Brother Innov-is 2600. Da es zu meiner Anfangszeit nur Stickkarten zu kaufen gab und ich dadurch zu eingeschränkt war, habe ich zunächst nur meine eigenen selbst erstellten Dateien gestickt. Ich habe nicht viel gestickt, aber gerne. Mittlerweile kommt man sehr leicht an unzählige und verschiedenste Stickdateien ran, teilweise auch kostenlos.
Ich bin Pribestickerin für eine Designerin, kaufe mir Dateien und digitalisieren mir ab und zu noch immer eigene Dateien (z.B. um Zeichnungen meiner Tochter sticken zu können). Mangels Zeit, um sich gründlich mit dem Stickprogramm auseinandersetzen zu können, ist noch Luft nach oben. Aber meine Dateien gelingen mir ganz gut. Selbst viele meiner Anfangsdateien ( noch mit PE-Design 2 bzw. 3 erstellt) waren schon ziemlich gut.
Ich bin gespannt, wo Eure Reise hin geht. Bei einigen Kommentaren (vor allem bezüglich Material bin ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen,) anderer Meinung als Ihr. Aber ich denke, dass 44 Tage auch erst der allererste Kontakt mit dem Thema Sticken sind und Ihr nach längerer Erfahrung auch so manche Erfahrungen machen und einige Entscheidungen überdenken werdet. Ich bin sehr gespannt und wünsche Euch viel Spaß beim Sticken und beim Digitalisieren.
Ach ja, wenn Euch das Zusammensetzen einzelner Buchstaben nervt, so achtet beim Kauf vom Stickalphabeten darauf, dass das BX-Format dabei ist. Dann könnt Ihr bei Embrilliance die Wörter über die Tastatur schreiben, ohne sie einzeln zusammensetzen und ausrichten zu müssen.
Liebe Grüße
Lieselotte Lotte
Liebe Lieselotte,
vielen Dank für Deinen so ausführlichen und liebevollen Kommentar – man spürt richtig, wie viele Jahre Erfahrung, Herzblut und Wissen in Deinem Weg mit der Brother-Stickwelt stecken. 💛 Es ist wunderschön zu lesen, wie lange Dich das Sticken schon begleitet und wie Du über die Jahre Deinen eigenen Stil, eigene Dateien und sogar die Zeichnungen Deiner Tochter digitalisiert hast. Das ist etwas ganz Besonderes.
Ich finde es auch total spannend, dass Du schon seit der Stickkarten-Zeit dabei bist – das hat ja heute fast schon Sammlercharakter. 😊 Und dass Du Probestickerin bist, sagt ja viel über Deine Qualität und Dein Auge fürs Detail aus.
Du hast völlig recht: 44 Tage sind wirklich nur der allererste Kontakt. Wir lernen jeden Tag dazu und merken selbst, wie sich vieles mit mehr Routine relativiert oder verändert. Deshalb schätze ich Deine Hinweise sehr – gerade wenn sie aus so vielen Jahren Praxis kommen.
Dein Tipp zum BX-Format ist Gold wert! Das werden wir uns auf jeden Fall genauer anschauen, denn das Zusammensetzen der Buchstaben kann tatsächlich nerven. Danke Dir dafür!
Damit wir auch von Deinen Erfahrungen lernen können, hätte ich ein paar Fragen an Dich:
➡️ Welche Materialien oder Empfehlungen siehst Du anders als wir – und warum?
Ich fände es super spannend zu hören, was sich für Dich in der Praxis langfristig bewährt hat.
➡️ Welche Software nutzt Du heute am liebsten zum Digitalisieren – immer noch PE-Design oder inzwischen Embrilliance, Hatch oder etwas anderes?
➡️ Was war für Dich damals der grösste Game-Changer beim Lernen?
War es ein Kurs, eine bestimmte Datei, eine Maschine – oder einfach das viele Ausprobieren?
➡️ Und wenn Du heute jemandem beim Start helfen würdest: Welche drei Dinge würdest Du als Erstes mitgeben?
Ich freue mich wirklich sehr, wenn Du Lust hast, noch ein bisschen aus Deinem Erfahrungsschatz zu erzählen. Deine Perspektive ist unglaublich wertvoll – gerade weil Du schon so vieles gesehen hast und trotzdem die Freude am Sticken behalten hast. 💛
Liebe Grüsse
Ute & Nicole