Kimono nähen aus IKEA-Bettwäsche – auf diese Idee hat mich ein Sonderangebot gebracht. Zwischen fertigen Bettbezügen lag plötzlich der Stoff für mein nächstes Nähprojekt. Hellblau, geblümt und so günstig, dass ich einfach ausprobieren wollte, was daraus werden kann.

Aus dem Bettbezug wird mein Kimono Hana Mi: ein bequemes Lieblingsstück mit weiten Ärmeln, aufgesetzten Taschen und einem Bindegurt. Du kannst ihn zu Hause überziehen oder als leichte zusätzliche Schicht tragen.

In diesem Beitrag zeige ich Dir die einzelnen Arbeitsschritte mit Fotos. Im Video kannst Du zusätzlich direkt mitnähen. So siehst Du auch, worauf es bei den Gürtelschlaufen, der Halsblende und den vorderen Kanten ankommt.

Videoanleitung: Kimono nähen aus IKEA-Bettwäsche

Das Schnittmuster und die dazugehörige Anleitung findest Du im Shop.

Warum sich Bettwäsche als Stoff lohnt

Meine IKEA-Bettwäsche habe ich im Sonderangebot für 9,95 CHF gekauft. Im Video sage ich dazu etwa 10 Euro. Für diesen Betrag bekam ich einen Bezug für eine Bettdecke mit 150 × 200 cm und einen Kissenbezug mit 50 × 60 cm. Das ist eine Menge Stoff für ein Nähprojekt.

Natürlich ist das mein damaliger Kaufpreis und kein dauerhaftes Angebot. Vielleicht findest Du eine andere günstige Bettwäsche oder hast sogar einen Bezug im Schrank, den Du nicht mehr benutzt. Gerade zum Ausprobieren ist das angenehm: Ein kleiner Nähfehler ruiniert nicht gleich einen teuren Stoff.

Prüfe vorab die Zusammensetzung, den Fall und den Zustand des Materials. Für Hana Mi verwende ich eine leichte, nicht dehnbare Webware. Der Stoff sollte sich angenehm auf der Haut anfühlen. Wasche und bügle ihn vor dem Zuschnitt, damit er später möglichst nicht mehr einläuft.

Verpackte hellblaue IKEA-Bettwäsche mit Blumenmuster auf einer pinken Schneidematte als Material für den Kimono Hana Mi.

Das brauchst Du zum Kimono nähen

  • Das Schnittmuster Kimono Hana Mi mit Anleitung
  • Geeignete Bettwäsche oder eine leichte Webware (ca. 300 cm) für alle Grössen
  • Passendes Nähgarn und eine zum Stoff passende Nähmaschinennadel
  • Stoffschere oder Rollschneider mit Schneidematte
  • Stecknadeln oder Stoffklammern, Handmass und Markierstift
  • Nähmaschine und Bügeleisen; eine Overlock ist optional

Bei meinem feinen Stoff nähe ich mit einer 70er-Universalnadel. Mein Nähmaschinennadel-Parkplatz als Nähset hilft mir dabei, benutzte Nadeln nach Art und Stärke zu ordnen.

Das ist Hana Mi: ein Kimono zum Wohlfühlen

Bevor wir mit dem Nähen starten, zeige ich Dir das fertige Projekt. Ute trägt hier den Kimono Hana Mi aus unserer hellblau geblümten IKEA-Bettwäsche. Aus dem Bettbezug ist ein leichtes Kleidungsstück geworden, das Du morgens überziehen oder zu Hause ganz entspannt tragen kannst.

Ute trägt den hellblau geblümten Kimono Hana Mi mit gebundenem Gürtel und beiden Händen in den aufgesetzten Taschen.

Bequem, praktisch und mit Deinen Lieblingsdetails

Die lockere Form gibt Dir Bewegungsfreiheit. Mit dem Bindegurt passt Du die Weite an der Taille an, und die Gürtelschlaufen halten ihn an seinem Platz. Besonders praktisch sind die beiden aufgesetzten Taschen – auf dem Frontalbild hat Ute die Hände darin.

Ute zeigt mit seitlich ausgestrecktem Arm den weiten Ärmel des hellblau geblümten Kimonos Hana Mi.

Weite Ärmel für einen entspannten Sitz

Mit dem ausgestreckten Arm zeigt Ute die typische Ärmelform. Die weiten Ärmel geben dem Kimono seinen lockeren Look und werden flach angenäht.

Ute hält die vordere Kante des hellblau geblümten Kimonos Hana Mi und zeigt die breite Halsblende.

Eine Halsblende als schöner Abschluss

Die breite Blende rahmt den Ausschnitt ein. Der Bindegurt hält die Vorderteile zusammen; Knöpfe oder einen Reissverschluss brauchst Du nicht.

Ute trägt den hellblau geblümten Kimono Hana Mi in Seitenansicht mit gebundenem Gürtel und einer Hand in der Tasche.

So fällt Hana Mi von der Seite

In der Seitenansicht siehst Du den lockeren Fall, die Länge und die Taschen. Leichte, nicht elastische Webware passt gut zu diesem Schnitt.

Ute zeigt den hellblau geblümten Kimono Hana Mi von hinten und hebt die Ärmel leicht an; der Bindegurt liegt auf Taillenhöhe.

Auch von hinten schön locker

Die Rückenansicht zeigt die bequeme Weite und den Verlauf des Bindegurts. Das Blumenmuster kommt auf der grossen Stofffläche schön zur Geltung.

Kimono nähen aus IKEA-Bettwäsche: die Fotoanleitung

Hier findest Du die Arbeitsschritte im Überblick. Die Fotos und die Videoanleitung ergänzen die ausführliche Anleitung zum Schnittmuster. Nimm Dir besonders für das Bügeln und die Halsblende etwas Zeit – damit wird das Ergebnis schön sauber.

1. IKEA-Bettwäsche vorbereiten und zuschneiden

Zuerst öffnest Du die Nähte des Bezugs. Ich schneide die zusammengenähten Kanten ab, statt sie mühsam aufzutrennen. Falls Dein Bezug an einer Seite nur gefaltet ist, lässt Du diese Stelle geschlossen. Schneide wirklich nur dort auf, wo eine Naht verläuft.

Lege danach die Schnittteile auf den gebügelten Stoff. Achte auf den Fadenlauf und die Richtung des Musters. Du brauchst unter anderem Vorderteile, Rückenteil, Ärmel, Taschen, Halsblende, Bindegurt sowie einen schmalen Streifen für Schlaufen und Aufhänger. Welche Teile im Stoffbruch oder doppelt zugeschnitten werden, zeigt Dir das Schnittmuster.

Bei meinem Zuschnitt ergänze ich 1 cm Nahtzugabe und 3 cm Saumzugabe. An der vorderen Kante gebe ich 2 cm dazu. Übertrage Taschenposition und Schlaufenmarkierungen auf Deinen Stoff. Beachte dabei immer die Angaben der Anleitung zu Deinem Schnitt.

Die zusammengenähte Kante der geblümten Bettwäsche wird mit einem Rollschneider auf der Schneidematte abgeschnitten.
Zwei Ansichten zeigen die Papierschnittteile für den Kimono auf der ausgebreiteten hellblauen Bettwäsche.
Ein Handmass und ein Rollschneider liegen an der Kante des Papierschnittmusters auf dem Blumenstoff zum Abmessen der Saumzugabe.
Eine Hand hält ein Handmass am Papierschnittmuster, während ein Rollschneider die Nahtzugabe am hellblauen Stoff zuschneidet.

2. Schulternähte am Kimono schliessen

Lege das Rückenteil mit der rechten Stoffseite nach oben vor Dich. Darauf kommen die beiden Vorderteile rechts auf rechts. Stecke die Schultern zusammen und schliesse die beiden Nähte.

Ich nähe hier mit der Overlock. Damit kann ich nähen und versäubern in einem Schritt. Mit der normalen Nähmaschine geht es ebenfalls: Schliesse die Naht mit Geradstich und versäubere die offenen Kanten anschliessend mit einem geeigneten Zickzackstich.

Vorderteile und Rückenteil des Kimonos liegen am Halsausschnitt ausgebreitet; die Schulternaht verbindet die Stoffteile.

3. Weite Ärmel vorbereiten und annähen

Falte den Ärmel zur Hälfte und markiere die Mitte an der oberen Kante. Diese Markierung trifft später auf die Schulternaht. Verwende einen Markierstift, den Du vorher an einem Stoffrest getestet hast.

Breite den Kimono aus und stecke den Ärmel rechts auf rechts an. Lege dabei die markierte Ärmelmitte genau auf die Schulternaht. Bei diesem Schnitt musst Du den Ärmel nicht einhalten. Nähe ihn entlang der Kante an und wiederhole den Schritt auf der anderen Seite.

Ein rechteckiger Ärmelzuschnitt liegt gefaltet auf der Schneidematte. Ein Markierstift zeigt auf die obere Knickstelle.
Der Kimono liegt mit angenähtem Ärmel ausgebreitet auf der Schneidematte; die Verbindung zwischen Ärmel und Rumpf ist sichtbar.

4. Aufhänger und Gürtelschlaufen nähen

Bügle den schmalen Stoffstreifen wie ein Schrägband: erst die langen Kanten zur Mitte, dann den Streifen noch einmal zusammen. Nähe die offene Kante knappkantig zu.

Aus dem fertigen Streifen schneide ich 2 × 8 cm für die Gürtelschlaufen und 1 × 10 cm für den Aufhänger. Lege die Schlaufen an den übertragenen Markierungen zwischen die Stofflagen. Den Aufhänger bringst Du an der in Deiner Anleitung vorgesehenen Stelle an.

Drei schmale, gefaltete Stoffstreifen für zwei Gürtelschlaufen und einen Aufhänger liegen nebeneinander auf der Schneidematte.
Eine gefaltete Stoffschlaufe liegt zwischen den geblümten Stofflagen des Kimonos bereit, um in die Seitennaht eingenäht zu werden.

5. Seiten- und Ärmelnähte schliessen

Lege Vorder- und Rückenteil rechts auf rechts. Schliesse die Seitennaht und die Ärmelnaht jeweils in einem Zug. Die Gürtelschlaufe wird an ihrer Markierung direkt mit eingenäht.

Wenn Du noch nicht so geübt bist, fixiere die Schlaufe vorher mit ein paar Stichen innerhalb der Nahtzugabe. So kann sie nicht verrutschen. An der Ecke unter dem Arm führst Du den Stoff vorsichtig gerade, wenn Du mit der Overlock nähst. Ziehe dabei nicht am Stoff und achte darauf, dass keine Falte mit in die Naht gerät.

Die Seiten- und Ärmelkante des ausgebreiteten Kimonos ist mit einer pink gestrichelten Nahtlinie markiert.

6. Taschen säumen und aufnähen

Schlage die obere Taschenkante zuerst 1 cm und danach noch einmal 2 cm um. Bügle den Umschlag und nähe ihn fest. Versäubere die übrigen Kanten und bügle ihre Nahtzugaben nach innen.

Lege die Tasche auf die markierte Position am Vorderteil. Stecke sie fest und nähe beide Seiten sowie die Unterkante mit Geradstich auf. Die obere Kante bleibt offen. Für diese sichtbare Naht verwende ich gerne Stichlänge 3. Nähe die zweite Tasche genauso an.

Ein rechteckiger Taschenzuschnitt liegt auf der Schneidematte. Die obere Kante ist umgeschlagen und mit einer pink gestrichelten Nahtlinie markiert.
Eine aufgesetzte Tasche liegt auf dem Vorderteil des Kimonos; eine pink gestrichelte Linie markiert die Naht an beiden Seiten und an der Unterkante.

7. Halsblende vorbereiten und annähen

Falte die Halsblende der Länge nach und nähe die kurzen Enden rechts auf rechts zusammen. Wende die Enden und bügle die Blende sorgfältig. Markiere anschliessend die hintere Mitte des Kimonos und die Mitte der Halsblende.

Stecke die Blende von der hinteren Mitte aus rechts auf rechts an den Ausschnitt. Arbeite Dich auf beiden Seiten nach vorne. Dabei kommt die Blendenmitte genau auf die hintere Mitte des Kimonos.

Wichtig an der Vorderkante: Die dortige Zugabe habe ich bereits 2 × 1 cm vorgebügelt. Sie darf beim Annähen der Halsblende nicht versehentlich mit in die Naht geraten. Die Blende endet genau dort, wo später die eingeschlagene Vorderkante beginnt. Nähe deshalb nur bis zu diesem Punkt. Im Video siehst Du diesen Übergang besonders gut.

Zwei Ansichten der langen Halsblende zeigen die kurzen Enden auf der Schneidematte; eine pink gestrichelte Linie markiert die Naht.
Die Halsblende ist am Ausschnitt des geblümten Kimonos angelegt. Eine pink gestrichelte Linie zeigt den Nahtverlauf.

8. Vordere Kanten sauber einschlagen

Schlage die vorbereitete Vorderkante zuerst 1 cm und dann noch einmal 1 cm nach innen. Schiebe das Ende beziehungsweise die Nahtzugabe der Halsblende unter diesen Umschlag. Dadurch verschwindet die offene Stelle sauber unter der eingeschlagenen Kante.

Stecke alles fest und nähe die komplette Vorderkante mit Geradstich. Kontrolliere oben noch einmal, ob das Ende der Halsblende gut verdeckt ist. Wiederhole das auf der anderen Seite.

Detailansicht der eingeschlagenen vorderen Kante des hellblau geblümten Kimonos neben der angenähten Halsblende.

9. Kimono und Ärmel säumen

Die untere Kante und die Ärmelsäume nähst Du nach demselben Prinzip. Bei meiner 3 cm Saumzugabe schlage ich zuerst 1 cm und danach noch einmal 2 cm nach innen.

Bügle die Kanten und nähe sie mit Geradstich fest. Eine etwas längere Stichlänge ergibt auch hier eine schöne sichtbare Naht. Achte darauf, dass die Übergänge an den Seitennähten und Vorderkanten ordentlich liegen.

Ärmel und untere Kante des Kimonos liegen nebeneinander; pink gestrichelte Linien markieren die Saumnähte.

10. Bindegurt nähen, wenden und fertigstellen

Falte den Bindegurt der Länge nach rechts auf rechts. Nähe die kurzen Enden und die lange Seite zusammen. Lass ungefähr in der Mitte der langen Seite eine 10–15 cm lange Wendeöffnung. Bei meinem dünnen Stoff reichen etwa 10 cm.

Kürze vor dem Wenden die Nahtzugaben an den Ecken vorsichtig zurück. Wende den Gurt durch die Öffnung, forme die Ecken aus und bügle ihn glatt. Zum Schluss schliesst Du die Wendeöffnung knappkantig. Ziehe den fertigen Gurt durch die Schlaufen – und Dein Kimono ist bereit zum Anziehen.

Der gefaltete Bindegurt liegt neben einer Schere auf der Schneidematte. Eine pink gestrichelte Linie zeigt die Naht mit einer ausgesparten Wendeöffnung.
Eine Schere liegt neben dem genähten Bindegurt. Die Naht an der kurzen Seite und der langen Kante ist pink gestrichelt markiert.
Der gewendete Bindegurt aus hellblauem Blumenstoff liegt auf der Schneidematte; eine pink gestrichelte Linie markiert die zu schliessende Wendeöffnung.

Häufige Fragen zum Kimono aus Bettwäsche

Ist der Kimono auch für Anfänger geeignet?

Ja, wenn Du erste Erfahrungen mit der Nähmaschine hast und Schritt für Schritt vorgehst. Die weiten Ärmel, aufgesetzten Taschen und der Bindegurt sind übersichtlich aufgebaut. Bei der Halsblende lohnt es sich, die Videoanleitung in Ruhe anzusehen und zwischendurch gründlich zu bügeln.

Brauche ich eine Overlock?

Nein. Du kannst den Kimono mit einer normalen Nähmaschine nähen. Verwende Geradstich zum Zusammennähen und einen passenden Zickzackstich zum Versäubern. Die Overlock spart bei manchen Nähten lediglich einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Reicht ein Bettbezug für jede Grösse?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt von Deiner Grösse, der gewünschten Länge, der nutzbaren Stofffläche und dem Musterverlauf ab. Mein Bezug hat 150 × 200 cm, dazu kommt ein Kissenbezug mit 50 × 60 cm. Prüfe den Bedarf in der Schnittanleitung und lege alle Teile vor dem Zuschneiden auf.

Kann ich auch gebrauchte Bettwäsche verwenden?

Ja, sofern der Stoff noch stabil, angenehm zu tragen und für den Schnitt geeignet ist. Wasche ihn vorher und kontrolliere ihn auf dünne Stellen, Löcher und Flecken. So wird aus einem ungenutzten Bettbezug ein neues Kleidungsstück.

Wo finde ich das Schnittmuster?

Das Schnittmuster Kimono Hana Mi findest Du in unserem Shop. Dort stehen die Angaben zu den verfügbaren Grössen und zum Lieferumfang. Die Videoanleitung oben hilft Dir zusätzlich beim Nachnähen.

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Was würdest Du aus einer schönen Bettwäsche nähen? Schreib es gerne in die Kommentare. Ich wünsche Dir viel Freude beim Ausprobieren und beim Nähen Deines eigenen Hana Mi!